Neurogene Blase

Wenn das Nervensystem
die Blasenentleerung stört

Neurogene Blase

Wenn das Nervensystem
die Blasenentleerung stört

Abbildung menschliches Harnwegssystem, gefüllte Blase, Nervensystem, neurologische Verbindungen, Urogenitaltrakt

Unterschiedliche neurogene Blasenstörungen

Bei neurogenen Blasenentleerungsstörungen führen Fehlfunktionen oder Verletzungen des Nervensystems zur Beeinträchtigung der Blasenfunktion. Dabei ist die Art der Funktionsstörung abhängig vom Ort und vom Ausmaß der Nervenschädigung. Grundsätzlich lassen sich vier verschiedene Arten neurogener Blasenentleerungsstörungen unterscheiden:

Die atonische oder schlaff gelähmte Blase

Hier kann sich die Blase nicht mehr aktiv an ihrer Entleerung beteiligen, z. B. infolge von Operationen im Beckenbereich oder als Komplikation einer Diabetes-Erkrankung.

Die Reflexblase oder spastische Blase

Bei dieser Störung entleert sich die Blase ab einem bestimmten Füllvolumen automatisch, ohne dass der Betroffene dies beeinflussen kann. Grund ist ein Kontraktionsreflex, der dann auftritt, wenn das Rückenmark oberhalb des Steuerungszentrums für die Blase verletzt ist. 

Die enthemmte oder unkontrollierte Blase

Die enthemmte Blase entsteht häufig durch Veränderungen im Gehirn, die z. B. durch Verletzungen, Schlaganfälle oder multiple Sklerose ausgelöst werden. Dabei verspürt der Betroffene häufigen, starken Harndrang und die Blase entleert sich unkontrolliert.

Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie (DSDS)

Hier funktioniert die Koordination zwischen Blasenkontraktion und äußerem Schließmuskel nicht mehr: Die Blase zieht sich zur Entleerung zusammen, aber gleichzeitig unterbindet der äußere Schließmuskel dies, sodass es zu Restharnbildung, Rückfluss in die Nieren und Nierenschädigungen kommen kann.

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